Gerechtes Sprechen

Fundamentales Handwerkszeug für den Berufsalltag. Menschen zu führen und zu beraten, bedeutet vor allem: sprechen und zuhören. Was dabei alles schief läuft, wissen wir zu Genüge: Wir reden aneinander vorbei, hören nicht aufmerksam zu, über- und fehlinterpretieren, taktieren, drohen, schmeicheln … Sinnvoller ist es, sich im »gerechten Sprechen« zu üben. Was steckt dahinter?

Sagen, was wir meinen, und meinen, was wir sagen

»Gerechtes Sprechen« ist eine Kommunikationsmethode, die von Cornelia Schinzilarz, Zürich, entwickelt wurde. Sie hilft den Teilnehmenden eines Gesprächs, klar miteiander zu kommunizieren – und damit bessere Ergebnisse zu erzielen.

Gerechtes Sprechen basiert auf der Grundidee, dass wir uns frei entscheiden, wie wir miteinander sprechen – und dass unser Sprechen Wirklichkeiten erschafft, indem es Dinge benennt, betont oder weglässt. Die konkreten Regeln klingen einfach, doch – Hand aufs Herz – widersprechen vielen Usancen und eingeübten Mustern im Geschäftsleben. Hier meine persönliche Auswahl:

Sieben Einladungen für klare Gespräche

  1. Wir meinen, was wir sagen, und sagen, was wir meinen. Das erlöst uns vom ständigen Interpretieren und Taktieren.
  2. Wir hören das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Somit ist das, was wir hören, etwas anderes als das, was unser Gegenüber sagt. Beim gerechten Sprechen sind wir uns dieses Unterschieds bewusst.
  3. Wir sagen das, was ist, und nicht das, was abwesend ist. Anstatt zu sagen »Das finde ich nicht gut«, sagen wir »So gefällt es mir besser«.
  4. Wir benennen, was ist, und lassen Füllwörter, Schnörkel und den Konjunktiv weg.
  5. Gefühle sind für uns weder gut noch schlecht, sondern Bewältigungsstrategien für den Alltag, die der Fühlende frei wählt und die für ihn Sinn ergeben.
  6. Wir bewegen uns im Wollen und Können und verzichten auf Zwangsbegriffe wie »du sollst« oder »ich muss«.
  7. Wir orientieren uns konsequent an dem, was gelingt, an Erfolgen, Ressourcen und Potenzialen. Damit versetzen wir Berge und begeistern uns und andere.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und Freude beim Sprechen und Zuhören!

Ihr Stefan Brückner

Quellen und Literaturempfehlungen

Cornelia Schinzilarz: Gerechtes Sprechen. Ich sage, was ich meine. Das Kommunikationsmodell inder Anwendung. Beltz, Weinheim 2016.

Cornelia Schinzilarz: Gerechtes Sprechen. In: Training Aktuell 1/2017, S. 24–28.

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Januar 2017 © Stefan Brückner, Unternehmensberatung & Coaching, Stuttgart. Alle Rechte vorbehalten